Ist das Buch wirklich immer besser als der Film?

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Hab heute dann doch mal Die Tribute von Panem gesehen. Nicht als Vorbereitung auf den bald in die Kinos kommenden 2. Teil, sondern eher, weil sich in mir langsam ein kleiner Fan von Jennifer Lawrence entwickelt.

Und wie ich mir den Film so ansehe, musste ich natürlich immer wieder an die Parallelen zu Battle Royale denken. Auch wenn die Hintergründe der beiden Geschichten unterschiedlich sind, die Thematik hat ja offensichtliche Ähnlichkeiten. Und wenn ich an Battle Royale denke, kommt mir in den Sinn, wie schlecht ich den Roman fand, der dem japanischen Klassiker zugrunde liegt. In der Tat ist das einer jener äußerst seltenen Fälle, in denen ich jemanden den Film empfehlen würde und weniger das Buch. Oder noch treffender ausgedrückt, in diesem Fall ist der Film besser als das Buch.

Das ist natürlich eine Aussage, die man eigentlich gar nicht laut aussprechen darf. Es ist ein intellektuelles Naturgesetz in Kinoangelegenheiten, dass das Buch immer – quasi per Definition – besser ist als der Film. Neben dem intellektuellen Geschwafel ließen sich dafür auch handfeste Gründe finden. Zwei Beispiele: Das Buch bietet der Handlung mehr Raum, vor allem Nebenerzählstränge und Nebenfiguren können hier zu ihrem Recht kommen. In der komprimierten filmischen Darstellung werden sie manchmal ganz gestrichen. Aber auch die Charakterzeichnung der Hauptfiguren kann im Buch weit ausgefeilter an den Konsumenten gebracht werden. Ohne die Romanvorlage zu kennen, glaube ich, dass hier das dies im Fall von Die Tribute von Panem übrigens zutreffen (sollte).

Soweit die Theorie, doch wenn man sich in Erinnerung ruft, was Film und Buch gemein ist, sollte man das Buch nicht per Definition als besser betrachten. Beide sind nämlich nichts weiter als das Medium, das die eigentliche Geschichte transportiert. Und ich fürchte nun einmal, dass das Buch nur deshalb von allen als besser bezeichnet wird, weil man sich da einer gewissen Norm unterwirft.

Nur trifft das eben immer zu? Kann eine im Vergleich zum Buch gekürzte Variante nicht auch besser sein, weil sie den Fokus auf die eigentliche Geschichte legt? Nicht alle Nebenstränge sind wirklich bedeutsam oder gar erzählenswert, manche sind auch nur Balast. Böse Zungen könnten sie gar als Seitenschinderei des Autoren bezeichnen.

Buch und Film bieten zwei Varianten einer Geschichte, sie bieten durchaus auch einen eigenen Blickwinkel auf sie. Welche einem besser gefällt, sollte man also durchaus von Fall zu Fall entscheiden, oder?